Bei einer wöchentlichen Ausbildungszeit von mindestens 25 Stunden (einschließlich
des Besuches der Berufsschule) ist eine Verlängerung der üblichen Ausbildungsdauer
nicht vorgesehen.

Im Einzelfall ist jedoch abzuwägen: Reicht die Zeit im Betrieb aus, um die
Auszubildende mit allen wichtigen Abläufen vertraut zu machen? Kann sie das
Ausbildungsziel innerhalb der Regeldauer erreichen?

Stellt sich nach einiger Zeit heraus, dass eine Verlängerung sinnvoll wäre, können
Arbeitgeber und Auszubildende diese in gegenseitigem Einvernehmen zu einem
späteren Zeitpunkt noch bei der zuständigen Kammer beantragen.

Beispiele


1.) Teilzeitberufsausbildung ohne Verlängerung

In einem Betrieb gilt eine wöchentliche Regelarbeitszeit von 40 Stunden. Die
Auszubildende verkürzt ihre wöchentliche Ausbildungszeit auf 30 Stunden (75
Prozent). Einen Tag à 8 Stunden verbringt sie in der Berufsschule, 22 Stunden
arbeitet sie im Betrieb. Weil sie gute Leistungen bringt, schließt sie ihre
Berufsausbildung regulär nach drei Jahren ab.


2.) Teilzeitberufsausbildung mit Verlängerung bei 20-Stunden-Woche
Auszubildende und Betrieb einigen sich auf eine wöchentliche Ausbildungszeit von
20 Stunden. Der Schulbesuch nimmt 8 Stunden pro Woche in Anspruch, 12 Stunden
arbeitet die Auszubildende im Unternehmen. Aus Sicht des Ausbilders / der
Ausbilderin ist es mit dieser verkürzten Praxiszeit nicht möglich, alle nötigen praktischen
Kenntnisse zu vermitteln. Betrieb und Auszubildende vereinbaren daher, dass sich die
Berufsausbildung um ein halbes oder ganzes Jahr verlängert und beantragen diese
Verlängerung bei der Kammer.

3.) Teilzeitberufsausbildung mit berufsbezogener Verlängerung
Die wöchentliche Ausbildungszeit wurde auf 30 Stunden reduziert. An zwei
Tagen pro Woche ist die Auszubildende insgesamt 12 Stunden in der Berufsschule, 18
Stunden arbeitet sie im Betrieb. Das konkrete Berufsbild erfordert jedoch sehr
umfangreiche berufspraktische Kenntnisse und Fertigkeiten. Der Ausbilder / die
Ausbilderin geht davon aus, dass die Auszubildende diese voraussichtlich nicht innerhalb
der Regeldauer erwerben kann. Deshalb wird bei der Kammer beantragt, dass sich die
Ausbildungszeit um ein halbes Jahrverlängert.