Am 1. April 2005 trat das neue Berufsbildungsgesetz (BBiG) in Kraft. Damit wurde
der rechtliche Rahmen für Berufsausbildung in Teilzeit geschaffen:

§ 8 BBiG: Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit
(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat die
zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist, dass das
Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtigtem Interesse kann
sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen oder wöchentlichen
Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).
(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender die
Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das
Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung nach Satz 1 sind die
Ausbildenden zu hören.

Ausführungsbestimmungen
Die praktische Umsetzung von Teilzeitberufsausbildung orientiert sich an der
Empfehlung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB):
(1) Ein berechtigtes Interesse ist z. B. dann gegeben, wenn der Auszubildende ein
eigenes Kind oder einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen hat oder
vergleichbar schwerwiegende Gründe vorliegen.
[…]
(3) Da das Berufsbildungsgesetz für die Abkürzung der Ausbildungszeit keine
anteilige Untergrenze festlegt, ist jeweils im Einzelfall zu prüfen, ob die
Auszubildenden auch bei einer täglichen oder wöchentlichen Reduzierung der
betrieblichen Ausbildungszeiten noch wirklichkeitsnah mit den wesentlichen
Betriebsabläufen vertraut gemacht werden können und in dem für die Ausbildung
erforderlichen Maß in die betriebliche Praxis eingebunden werden können. Als
Richtschnur soll eine wöchentliche Mindestausbildungszeit von 25 Stunden nicht
unterschritten werden.
(4) Die Teilzeitberufsausbildung führt grundsätzlich nicht zu einer Verlängerung der
kalendarischen Gesamtausbildungsdauer.
[…]