Viele Unternehmen haben erkannt: Eine familienbewusste Personalpolitik trägt direkt
zum Betriebserfolg bei. Denn wer seinen Beschäftigten mit flexiblen Arbeitszeiten die
Balance zwischen Arbeit und Privatleben erleichtert, kann mit mehr Motivation und
Leistungsbereitschaft rechnen. Teilzeitberufsausbildung ist ein wichtiger Schritt, um
auch die Ausbildungsbedingungen familienfreundlicher zu gestalten.

Potentiale nutzen, Zukunftsfähigkeit sichern
Es geht um die Zukunftsfähigkeit des Standortes Berlin und um die Gewinnung junger
Menschen als künftige Fachkräfte. Mit Teilzeitberufsausbildung können Unternehmen
die vorhandenen personellen Ressourcen besser ausschöpfen - und langfristig ihren
Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden sichern.
2013 waren 45,6 Prozent aller jungen Mütter (rund 102.000) und etwa 33 Prozent
aller jungen Väter (rund 20.000) im Alter von 16 bis unter 25 Jahren ohne Berufsabschluss
und besuchten weder eine Schule noch absolvierten sie eine duale Ausbildung.


Zudem bringen Eltern viele wichtige Kompetenzen und Fähigkeiten mit: Sie sind
gewohnt, Verantwortung zu übernehmen, sich gut zu organisieren und mit Stress
umzugehen. Gleiches gilt für Menschen, die Angehörige pflegen oder
andere zeitintensive Verpflichtungen eingegangen sind, wie z.B. Leistungssport.

Chancen für die Auszubildenden

Viele junge Eltern in Berlin haben ihren Schulabschluss oder die (Fach-)
Hochschulreife und beste Voraussetzungen, um im Beruf erfolgreich zu sein.
Gleichzeitig sind besonders Frauen auf familienfreundliche Ausbildungsbedingungen
angewiesen, da sie meist die Hauptverantwortlichen für Kinder und Pflege sind.
In Berlin gibt es bereits einige modellhafte Projekte, die erfolgreich junge Frauen in
Teilzeit ausbilden. Jetzt braucht die Stadt viele engagierte Unternehmen, in denen
leistungsstarke Eltern ihre Chancen nutzen können.